Unsichtbare Schadstoffe im Gebäude: Diese Hinweise sollten Eigentümer ernst nehmen.

Unsichtbare Schadstoffe im Gebäude: Diese Hinweise sollten Eigentümer ernst nehmen.

Altbauten besitzen oft eine besondere Ausstrahlung. Doch nicht alles, was historisch wirkt, ist harmlos. Hinter alten Bodenbelägen, Wandaufbauten, in Treppenhäusern oder Deckenkonstruktionen können sich Stoffe verbergen, die nach heutigen Standards als gesundheitsgefährdend oder umweltschädlich gelten.

Wer Sanierungs- oder Rückbaumaßnahmen plant, sollte daher typische Merkmale kennen, die auf schadstoffhaltige Baustoffe hindeuten. Deshalb gehen wir in diesem Beitrag darauf ein, worauf es ankommt und weshalb eine fachkundige Analyse unverzichtbar ist.

 

Warum ältere Gebäude besonders anfällig für Schadstoffe sind

Viele Materialien, die bis in die frühen 1990er-Jahre verbaut wurden, entsprechen nicht mehr den heutigen Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen. Häufig betroffen sind unter anderem:

  • Asbest in Dachplatten, Bodenbelägen oder Dämmstoffen
  • Künstliche Mineralfasern (KMF) in älteren Dämmungen
  • PCB in Dichtmassen oder Anstrichen
  • PAK in Klebern und teerhaltigen Produkten

Diese Baustoffe galten damals als langlebig, widerstandsfähig oder feuerfest. Ihre Risiken wurden jedoch erst später wissenschaftlich bestätigt.

Typische Warnsignale: So erkennen Sie mögliche Schadstoffbelastungen

Auch wenn Schadstoffe oft auf den ersten Blick nicht zu erkennen sind, gibt es klare Hinweise, die misstrauisch machen sollten:

  1. Baujahr vor 1995

In Gebäuden aus dieser Zeit ist die Wahrscheinlichkeit hoch, auf belastete Materialien zu treffen, besonders bei Bauten aus der Nachkriegszeit oder dem DDR-Bestand.

  1. Unklare Materialstrukturen oder ungewöhnliche Baustoffe
  • Wellplatten an Dach oder Fassade
  • Schwarze Bitumenkleberreste unter alten Bodenbelägen
  • Faserige, juckende oder bräunlich-gelbe Dämmstoffe

Solche Materialien können Asbest, PAK oder ältere KMF enthalten.

  1. Beschädigte Bauteile und Materialzerfall

Risse, bröckelnde Fugen, abplatzende Oberflächen oder verwitterte Platten können zur Freisetzung von Fasern oder Schadstoffpartikeln führen.

  1. Auffällige Gerüche beim Rückbau oder Öffnen von Bauteilen

Stechende oder chemische Gerüche während Abbrucharbeiten können auf Lösungsmittel oder andere Schadstoffe hindeuten.

Warum Schadstoffe für Laien schwer zu erkennen sind

Viele risikobehaftete Baustoffe ähneln optisch modernen, unkritischen Materialien. Asbestzement wirkt beispielsweise wie gewöhnlicher Beton, während ältere Dämmungen kaum von modernen Mineralwollen zu unterscheiden sind.

Umso wichtiger ist eine professionelle Bewertung, denn die Gefährdung steckt meist im Detail, insbesondere in der chemischen Zusammensetzung.

Professionelle Schadstoffanalyse: Der sichere Weg vor jeder Sanierung

Bevor mit Umbau-, Abbruch- oder Sanierungsmaßnahmen begonnen wird, sollte zweifelsfrei geklärt sein, ob im Gebäude Schadstoffe vorhanden sind.

Eine fachgerechte Untersuchung umfasst:

  • Entnahme und Laboranalyse verdächtiger Baustoffproben
  • Erstellung eines Sanierungs- und Schutzkonzepts nach TRGS 519 / 521
  • Rückbau, Entsorgung und Dokumentation nach geltenden Sicherheitsstandards

Gerade bei Sanierungen im laufenden Betrieb oder im bewohnten Umfeld ist dies unerlässlich, um Personen und Umwelt zuverlässig zu schützen.

 

Fazit: Mit frühzeitiger Prüfung Risiken vermeiden

Wer vermutet, dass Schadstoffe im Gebäude vorhanden sein könnten, sollte diesen Verdacht keinesfalls ignorieren. Eine professionelle Bewertung bietet Sicherheit und das für Bewohner, Eigentümer und die Umwelt. Außerdem schafft dies Rechtssicherheit für alle weiteren Bauentscheidungen.

 

Bildnachweis: shutterstock.com

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